Der Tod

Der Tod

In unserer Zeit ist der Tod
nicht so wichtig wie Baguette und Brot

Technik und Lust erfüllt unser Leben
kann es nicht auch noch einen Gedanken an das Ableben geben

Man hat mächtig Stress das gute Leben zu gestalten
möchte nicht auch noch den Tod im Auge behalten

Dieses Thema ist was für Alte
ich mein gutes Leben fest im Visier noch halte

Was kann es schöneres noch geben
als mein wildes, buntes Leben

Sollen ihn erst mal die anderen erleben
braucht es für mich noch lange nicht die Gelegenheit zu geben


ist er in der Nähe und möchte bleiben stehen
muss er unbedingt erst mal zu den anderen Häusern gehen

Den Gedanken an ihn will ich tief vergraben
will ihn einfach nicht hier, bei mir haben

Will einfach nicht an ihn denken
würde damit meine gute Lebenszeit verschenken

Man lebt nur einmal und es ist wert
dies lange, frei und unbeschwert

Gäbe es ein Mittel ihn aufzuhalten
würde ich alle Mächte dieser Welt einschalten


Er blockiert unsinnigerweise mein Leben
so etwas kann es doch rechtlich gar nicht geben

Sollte der Fall jemals eintreten
wird es sich schon irgendwie ergeben

Ist es dann doch soweit
die Uhr läuft ab - in kürzester Zeit

Klopft es dann laut an der Tür
ist er es, obwohl ihn keiner sehen will hier

Wir sind zwar immer noch nicht bereit
bekommen scheinbar aber jetzt die Gelegenheit

Der Tod ist einfach nicht zu besiegen
und schon gar nicht kleinzukriegen

Er ist dominant und hat die Macht
und hat schon die unmöglichsten Dinge vollbracht

keiner will ihn jemals sehen
doch jeder muss an ihm vorbeigehen

Er hat wohl keine gute Kinderstube genossen
das Feingefühl ist ihm wie Sand durch die Hände geflossen

Meist hat er keinerlei Zeitgefühl
Ungerechtigkeit ist auch schnell im Spiel

Die Art und Weise ist auch oft schlecht gewählt
für ihn doch ein ganz anderer Gesichtspunkt zählt

Auf Wünsche und menschliches Verlangen
ist er nur sehr selten eingegangen


Nun sitzt der Schock ziemlich tief
die Vorbereitungen sind recht intensiv
Es wird geplant und alles gegeben
es ist schließlich das Finale eines ganzen menschlichen Lebens
Ist geworden würdevoll
das Begräbnis
dies sollte sein unser Ergebnis
Wir können es noch kaum fassen
musste der Angehörige uns schon verlassen

Nur selten sind wir für das Eingreifen dankbar
meist finden wir sein erscheinen furchtbar

Ist es ein abruptes Eingreifen in unser Leben
dies können wir ihm oft nicht vergeben
Doch oft wird er überschätzt in seiner Macht
denn Krankheit und Leid hat er nicht gebracht


Dies Gott oder das Schicksal so wollte
er danach nur das Ende herbeiholte

Zwar hat er im Kopf oft Flausen
Und lässt wichtige Termine dann sausen
die er müsste längst ausführen
und somit zur Erlösung führen

Kein Zweifel, es ist ein gewaltiger Schmerz
den nach dem Verlust aushalten muss - unser Herz

Würden wir früher auf das Thema eingehen
und uns die Sorgen ander Hinterbliebenen ansehen

Würden wir ihn nicht ständig verdrängen
könnte er uns mit seiner Macht nicht so einengen

Würden wir über ihn öfters mal reden
könnten wir ihm einfach etwas von seinem Zauber wohl nehmen

Es ist normal um jemanden zu trauern
und dies nicht nur hinter verschlossenen Mauern

Es ist hilfreich dabei auf Friedhöfe zu gehen
gute Gespräche mit Betroffenen könnten entstehen


Es tut gut und man kann sehen
man ist nicht alleine und bei anderen muss es auch irgendwie weitergehen

Wir dagegen in unserem menschlichen Wahn
ziehen uns schon bei dem Begräbnis eine dicke Sonnenbrille an
damit es kein Außenstehender sieht
dass es einen auch mal richtig runterzieht
Vielleicht sich der Tod noch hinter einem Grabstein herumtreibt
und mir nur kurze Zeit noch bleibt bis er mich auf seine schwarze Liste schreibt
Könnte ich mit ihm Blickkontakt vermeiden
würde er vielleicht jemand anderen erst aufschreiben
Dies wäre einfach wunderschön
müsste in meinem kurzen Leben noch so viel geschehen
Das Leben muss schnell und schrill weitergehen
es dürfen einfach keine zeitlichen Lücken entstehen
Den Verlust eines Menschen müssen wir schnell zu den Akten legen
denn zu kurz ist einfach unser eigenes Leben

Unsere Generation muss einfach wieder lernen
sich nicht so weit von der Bodenständigkeit zu entfernen

Trotz modernen Leben
muss es doch noch einen tieferen Sinn geben
Stellen wir unsere Lebensansichten weiter so dar
unser eigenes Ableben ist da stark in Gefahr
Es könnte sein dass es keinen interessiert
weil im Leben gerade Spannenderes passiert
Wir müssen unseren Kindern wieder Werte mitgeben
z.B.: Der Tod gehört zum Leben


Ulla de Maree

 









3.10.16 19:21

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